Stiftung Flucht Vertreibung Versöhnung feiert Richtfest

Am 17. Oktober wurde über dem Erweiterungsbau des Deutschlandhauses in Berlin, dem zukünftigen Sitz der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ (SFVV) und Standort der Dauerausstellung zu Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert, die Richtkrone gehisst und damit eine neue Phase in den Bauarbeiten eingeläutet. Anwesend waren viele Verantwortungsträger dieses erinnerungs- und kulturpolitischen Großprojektes, wie etwa die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und Vorsitzende des SFVV-Stiftungsrates, Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, die Leiterin der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten im Bundesbauministerium, Monika Thomas, die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Petra Wesseler, der Vorstandssprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Dr. Jürgen Gehb, die SFVV-Direktorin Dr. Gundula Bavendamm sowie der Architekt Stefan Marte.

Staatsministerin Grütters freute sich über den nächsten „Meilenstein“ im Aufbau von Stiftung und Ausstellung. Grundlage der Arbeit bleibe „die schon in der Konzeption 2012 formulierte Aufgabe an die Stiftung, schwerpunktmäßig die Darstellung von Flucht, Vertreibung und Integration der Deutschen darzustellen.“ Die seit April dieses Jahres amtierende Stiftungsdirektorin Dr. Bavendamm beschrieb beim Richtfest den „langen und nicht und nicht immer einfachen Weg der Stiftung zu sich selbst und zu den Menschen“, auf dem nun wieder ein großer Schritt getan sei. Ziel sei es, Zwangsmigrationen, Vertreibungen und Flucht als historische und gegenwärtige Phänomene begreifbar zu machen. Im umgebauten Deutschlandhaus – „ein neuer Markstein im Stadtbild von Berlin“, wie der verantwortliche Architekt Stefan Marte sich ausdrückte – werden rund 3.000 Quadratmeter für die SFVV zur Verfügung stehen, davon allein ca. 1.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung. Hinzu kommen etwa ein Raum der Stille für das individuelle Gedenken, ein öffentlicher Lesesaal mit Bibliothek, Archiv und Zeitzeugenberichten sowie Büroräume für die Stiftung. Monika Thomas vom Bundesbauministerium zeigte sich überzeugt, dass das fertige Projekt „die Museumslandschaft Berlins inhaltlich wie baukulturell bereichern“ werde.

Mit Blick auf die immer weiter abnehmende Erlebnisgeneration ist die aktuelle Bauverzögerungen mit Eröffnungstermin im Jahr 2018 zwar äußerst bedauerlich, gleichzeitig wurde beim Richtfest deutlich erkennbar, dass dies ein modernes, offenes, tolles Projekt wird, welches dieses Thema als Teil der gesamtdeutschen Biografie in die Mitte der Gesellschaft trägt.