Start der Vortragsreihe „Ethnische „Säuberungen“ im 20. Jahrhundert – Ursachen und Folgen“

Am 3. Februar 2015 luden die Stiftungen „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und „Topographie des Terrors“ in Berlin zum Auftakt ihrer gemeinsam organisierten Vortragsreihe „Umsiedlung, Deportation, Vertreibung. Ethnische »Säuberungen« im 20. Jahrhundert – neue Bedrohung für Europa?“.

Hauptredner war der Historiker Prof. Dr. Michael Schwartz von der Berliner Abteilung des Institutes für Zeitgeschichte, der auch Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist. In seinem ausführlichen Vortrag über Vorbilder, Ursachen und Folgen ethnischer „Säuberungen“ im Europa des 20. Jahrhunderts, in dem er viele, teils gegensätzliche Theorien miteinander in Verbindung brachte, wurde klar, dass die betrachteten Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen und Vernichtungen als eine Art „dunkle Kehrseite“ unserer modernen Nationalstaatsbildung verstanden werden können.

Im Nachgespräch mit Prof. Schwartz, Prof. Nachama, Direktor der Stiftung „Topographie des Terrors“, und Sven Oole, dem Leiter des Bereiches Kommunikation und Stiftungsmanagement der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, konnte ich zum gelungenen Kooperationsauftakt der beiden Stiftungen gratulieren. Im 70. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist es ein wichtiges Symbol, diese Vortragsreihe gerade in der „Topographie des Terrors“ durchzuführen.

Die weiteren Vorträge finden statt am Dienstag, 17. März 2015 (Die NS- Umsiedlungspolitik: Planung und Praxis ethnischer Neuordnung Osteuropas), Dienstag, 12. Mai 2015 (Nachkriegsplanungen und -ordnung in Ostmitteleuropa 1943–1950), Dienstag, 16. Juli 2015 (Wie geht Europa heute mit Vertreibung um?), jeweils in der „Topographie des Terrors“.