Sarah und Doaa stellen Fragen zur Kinderarbeit in Indien

Heute habe ich die Fragen von Doaa und Sarah zur Kinderarbeit in Indien beantwortet. Die beiden besuchen die 10. Klasse der Herbert-Hoover-Sekundarschule in Berlin und arbeiten an einem Projekt, welches sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Trotz vereinzelter Fortschritte ist ausbeuterische Kinderarbeit immer noch ein gravierendes Problem – nicht nur in Indien. Armut, Korruption und fehlendes Problembewusstsein sind die häufigsten Gründe dafür, und die Folgen sind oft katastrophal. Neben sozialer Isolierung drohen mentale und physische Gesundheitsschäden, und letztlich führt Kinderarbeit in einen verhängnisvollen Teufelskreis: Da die betroffenen Kinder meist wenig oder gar nicht zur Schule gehen können, ist es für sie später unmöglich, für einen ausreichenden Lebensunterhalt zu sorgen. In der Folge müssen die Kinder ehemaliger Kinderarbeiter ebenfalls arbeiten.

Die Antwort auf Doaas und Sarahs Frage, wie IMG_6423ausbeuterische Kinderarbeit am besten verhindert werden kann, ist daher eindeutig: Das wichtigste Mittel ist die Bekämpfung der Armut. Denn nur wenn Eltern nicht mehr die wirtschaftliche Notwendigkeit dafür sehen, ihre Kinder arbeiten zu lassen, werden sie sie stattdessen auf eine Schule schicken.

Aber auch Aufklärung kann einen wichtigen Beitrag leisten, und zwar nicht nur in Indien, sondern auch bei uns. Wir sollten uns bewusst sein, dass viele importierte Waren in Kinderarbeit hergestellt werden. Nur mit diesem Wissen können wir uns gezielt gegen den Kauf solcher Produkte entscheiden.

IMG_6432Für in Indien oder anderswo im Ausland produzierende deutsche Unternehmen muss Kinderarbeit selbstverständlich ein Tabu sein – auch in der vorgelagerten Lieferkette.

Nach unserem Interview gab es für Sarah und Doaa bei einem Rundgang durch den Deutschen Bundestag noch einen spontanen Einblick hinter die Kulissen. Für ihr Projekt wünsche ich den beiden viel Erfolg!