Reise nach Warschau

Am 1. Dezember bin ich zu politischen Gesprächen im Sejm und im polnischen Kulturministerium nach Polen gereist. Im Sejm habe ich zunächst Frau Elżbieta Kruk, die Vorsitzende des Kulturausschusses getroffen und mit ihr unter anderem über neue Projekte der Museumslandschaft, über Erinnerungskultur und die jeweils ehrliche und auch kritische Betrachtung der eigenen Geschichte gesprochen. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Ausschussvorsitzende die Kultur der deutschen Minderheit in Polen explizit gewürdigt hat. Die polnische Kultur sei nur dann sichtbar komplett, wenn die lokalen Kulturen z. B. der Schlesier einbezogen würden, so ihre Aussage.

Mit Herrn Ryszard Galla, dem Vertreter der deutschen Minderheit im Sejm, sprach ich über den Schutz und die Förderung der deutschen Minderheit in Polen. Minderheitenrechte sind durch die Charta des Europarates verbrieftes Recht. Sowohl der effektive Schutz gegen Diskriminierung wie auch die angemessene politische Beteiligung und finanzielle Förderung sind Kernaufgaben des jeweiligen Staates, in welchem die Minderheiten leben. Herr Galla kämpft im polnischen Sejm sehr verdienstvoll für den Erhalt dieser Rechte.

Mit der Direktorin für internationale Beziehungen im Kulturministerium, Frau Agnieszka Grunwald, sprach ich über Fragen bilateraler Kulturbeziehungen, wie z. B. ihre Einschätzung zum bald endenden Kulturhauptstadtjahr in Breslau.

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Gespräch mit der Vorsitzenden des Kulturausschusses, Elzbieta Kruk

Der Tag endete mit Feierlichkeiten aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages sowie 25 Jahre Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Mit der Stiftung haben wir ein Instrument, das die im Nachbarschaftsvertrag vereinbarten Ziele, wie etwa die Intensivierung des Kulturaustausches oder der Wissenschaftskooperation effektiv und mit viel Idealismus umsetzen kann. Ich wünsche viel Erfolg für die weitere Stiftungsarbeit und unseren beiden Ländern weiterhin eine gute und freundschaftliche Nachbarschaft.