Fabritius: Rede des polnischen Präsidenten gibt Hoffnung

Zur Rede des polnischen Staatspräsidenten Bronisław Komorowski vor dem Deutschen Bundestag anlässlich der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges erklärt der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Bernd Fabritius:

Die Rede des polnischen Staatspräsidenten Bronisław Komorowski vor dem Deutschen Bundestag gibt Hoffnung und ist ein erneutes Zeugnis der Freundschaft zwischen Polen und Deutschland.

Als Metapher für die heute bestehende deutsch-polnische Freundschaft verwendete Komorowski die „Autobahn der Freiheit“, die Warschau und Berlin miteinander verbindet und – so Komorowski – Zeugnis des Umbruches in den Beziehungen sei.

Emotional wies Präsident Komorowski darauf hin, dass seine Familie und er selbst ein Vertreibungsschicksal als Pole aus Litauen erlebt habe. Weiter erzählte er: „Ich kam in einem Haus auf die Welt, das vorher eine deutsche Familie verlassen hatte, die die Geschichte erlebte und deren tragisches Kapitel vor 75 Jahren, am 1. September 1939, begann. Ich habe mit dem Spielzeug der deutschen Kinder gespielt. Ich verstehe sehr wohl den Schmerz des erlittenen Leids und des Verlustes der Heimat.“

Dieses empathische Verständnis und das darin enthaltene Bekenntnis zum Recht auf die Heimat ist ein gutes Signal und eine Grundlage für die Aufnahme des Dialoges auch mit den Deutschen, die am und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus ihrer ostdeutschen Heimat, die heute zur Republik Polen gehört, vertrieben wurden. Dieser Dialog ist überfällig.

Ich danke dem polnischen Präsidenten für diese Signale und hoffe, dass damit ein weiterer tragfähiger Pfeiler der europäischen Verständigung gefestigt und so die „Autobahn der Freiheit“ als Symbol des Umbruchs in den deutsch-polnischen Beziehungen von offenen Baustellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen frei wird.

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