Fabritius im Europarat: Migration und Freizügigkeit nicht durch die rosa Brille betrachten

Zur gestrigen Debatte in der parlamentarischen Versammlung des Europarats (PVER) zu Freizügigkeit und Migration erklärt PVER-Mitglied Bernd Fabritius (CSU), der auch Mitglied des EU-Ausschusses des Deutschen Bundestages ist:

Dem Entschließungsantrag „Migranten: Sicherstellen, dass sie für die aufnehmenden europäischen Gesellschaften von Nutzen sind“ (Berichterstatterin: Athina Kyriakidou (Zypern, SOC) konnte ich nicht zustimmen und habe in meiner Rede vor der Parlamentarischen Versammlung auch die Gründe dargelegt. Die eindimensionale Sicht, beschränkt auf Vorteile für die Aufnahmeländer, ließ alle anderen Aspekte und mögliche negative Auswirkungen in den Herkunftsländern fast gänzlich außer Acht.

Wenn Europa im Ganzen von der großen Errungenschaft der Migrationsfreiheit profitieren soll, dann sollte man das Thema nicht einer Gesamtbetrachtung entziehen. Dazu gehört, dass wir Missbrauchsmöglichkeiten nicht verschweigen und auch auf einen fairen Umgang aller Mitgliedsstaaten miteinander achten. Nachbarländer darf man nicht nur als Arbeitskräftereservoir für die Arbeitsmärkte der stärker entwickelten Länder auffassen. Brain Drain und Fachkräfteabwanderung behindert gesamteuropäische Entwicklung und perpetuiert Armenhäuser in der Nachbarschaft.

Die Herkunftsländer sind aufgefordert, Perspektiven im eigenen Land zu schaffen und Migrationsanreize abzubauen. Dabei sollten wir sie unterstützen, ganz nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“.

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