Menschenrechtsausschuss trifft Amnesty-Preisträger

In dieser Sitzungswoche trafen Vertreter des Menschenrechtsausschusses den Amnesty-Menschenrechtspreisträger Henri Tiphagne aus Indien. Tiphagne ist Gründer der Organisation „People’s Watch“, die seit vielen Jahren die Einhaltung der Menschenrechte in der größten Demokratie der Welt einfordert und dokumentiert. Für dieses Engagement ist er Anfang der Woche mit dem Menschenrechtspreis der deutschen Sektion von Amnesty International ausgezeichnet worden.

Henri Tiphagne - © Deutscher Bundestag / Achim Melde

Henri Tiphagne – © Deutscher Bundestag / Achim Melde

Im Gespräch erläuterte Tiphagne, dass Menschenrechtsorganisationen, wie seine in Indien, in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck geraten sind. Wie in vielen anderen Ländern werden NGOs auch dort durch Gesetze und restriktive Registrierungsvorschriften schikaniert und müssen in der Folge teilweise aufgeben.

Tiphagne sprach auch das indische Kastensystem an, welches nach wie vor ganze Bevölkerungsgruppen diskriminiert. Er beklagte überdies, dass mit Indien die größte Demokratie der Welt keinen Menschenrechtsausschuss in ihrem Parlament hat.

Abschließend wurde festgehalten, dass beide Seiten sich künftig für einen vertieften Austausch nicht nur zwischen Parlamentariern beider Länder, sondern auch zwischen den Zivilgesellschaften stark machen würden.