Gespräch mit Delegation der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien

Am 22. Februar habe ich eine Delegation der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR) unter Leitung von Landesbischof Reinhart Guib im Deutschen Bundestag empfangen. Am Gespräch nahmen auch der rumänische Botschafter, Emil Hurezeanu, sowie der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, teil.

Zu Beginn unseres Treffen konnten Peter-Dietmar Leber und ich in meiner Funktion als Präsident des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland dem Botschafter vier Ordner mit über 1000 Erfassungsbögen zu in Rumänien noch nicht erledigten Verfahren zur Restitution konfiszierten Vermögens von Mitgliedern unserer Verbände übergeben. Der Außenminister Rumäniens hatte bei seinem letzten Treffen mit den Führungsspitzen unserer Verbände zugesagt, diese an die zuständige Behörde in Rumänien weiterzugeben, um Verfahrenshemmnisse zu klären und die Bearbeitung dieser Fälle zu einem möglichst zeitnahen Abschluss zu bringen. Bischof Guib, der bei dieser Übergabe ebenfalls zugegen war, unterstrich hierbei die besondere Bedeutung einer konstruktiven Zusammenarbeit der Vertretungen unserer Gemeinschaft mit Verantwortungsträgern in Rumänien.

IMG_7989Während des weiteren Gesprächs mit der Delegation der EKR konnten wir vor allem über ein dringliches aktuelles Problem sprechen: Zwei mittelalterliche Kirchenburgen der Deutschen in Siebenbürgen sind innerhalb weniger Tage eingestürzt (14.2.2016 in Radeln; 19.2.2016 in Rothbach). Bischof Guib erläuterte die jetzt anstehenden Herausforderungen und stellte dar, dass die Evangelische Kirche den Erhalt aller Kirchenburgen nicht alleine stemmen könne und auf Hilfe angewiesen sei. Die Kirchenburgen in Rumänien sind nationale Denkmäler der Kategorie A und stehen somit auch in staatlicher Verantwortung, daher wurde das rumänische Kulturministerium bereits eingeschaltet. Wichtig sei es, dass neben Notsicherungsmaßnahmen auch Ursachenforschung betrieben werde. Dazu seien geeignete Statiker notwendig, die im ländlichen Bereich in Rumänien jedoch nur sehr eingeschränkt vorhanden wären. Die EKR hat bereits einen Spendenaufruf gestartet, auch die Beantragung von EU-Mitteln sei eine Möglichkeit, die jedoch nur langfristig greifen würde. Ich konnte dem Bischof meine Unterstützung zusichern und werde abklären, ob deutsche Hilfe möglich ist. Dazu konnte ich bereits mit Staatsministerin Prof. Maria Böhmer und Staatsministerin Prof. Monika Grütters sprechen.

Weitere Themen waren die Lehrerförderung in Rumänien und Probleme durch Abwerbung qualifizierten Pflegepersonals in Rumänien. Auch hier werde ich mit der EKR in engem Dialog bleiben.