Gedenkstunde der Bundesregierung für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Am 20. Juni durfte ich bei der Gedenkstunde der Bundesregierung am bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin sprechen. Nach einer Begrüßung durch Bundesinnenminister Dr. Thomas De Maizière, bewegenden Ansprachen von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch sowie einem Erlebnisbericht eines syrischen Flüchtlings konnte ich eine Ansprache für die Opfer von Flucht und Vertreibung der Deutschen halten.

Ich danke besonders Prof. Lammert für die überzeugende Würdigung der Friedensleistung der Charta der Heimatvertriebenen. In meiner Rede habe ich auf Deportation und Zwangsarbeit als häufige, besonders perfide Begleiterscheinungen und oft Vorboten der ohnehin menschenverachtenden Vertreibung aufmerksam gemacht. Die dieses Unrecht charakterisierende existenzielle Ungewissheit beraubt den Menschen in all seinem Leid selbst jener kleinen Hoffnung auf einen friedlichen Zufluchtsort und eine selbst gewählte letzte Ruhestätte. Mit dem Entschluss des Deutschen Bundestages Ende letzten Jahres zur Entschädigung ziviler deutscher Zwangsarbeiter erfahren diese Menschen eine symbolische Anerkennung ihres Leides, wofür ich den anwesenden Beteiligten danken konnte. Gleichzeitig habe ich mit Empathie daran erinnert, dass nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 15 Millionen Deutsche ihre Heimat im Osten verloren und dass weit über 2 Millionen Menschen diese Flucht und Vertreibung nicht überlebt haben.