Bayerischer Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation in Nürnberg

Am 26. Juni habe ich auf Einladung der Bayerischen Staatsregierung am dritten Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation in Nürnberg teilgenommen. Ich durfte als BdV-Präsident die Festrede halten und habe diese genutzt, dem Freistaat Bayern herzlich dafür zu danken, in vielen Fällen Vorreiter und Anwalt der vertriebenenpolitischen Anliegen zu sein. Auch den bundesweiten Gedenktag am 20. Juni gäbe es nicht, hätte die Bayerische Staatsregierung nicht abermals eine Vorreiterrolle übernommen.

Ich habe in meiner Rede betont, dass wir diese Tage zum Gedenken an die 15 Millionen deutschen Heimatvertriebenen und für einen Erinnerungstransfer nutzen müssen. Die Verzweiflung und die Todesangst eines jeden Einzelnen von ihnen sind für uns heutzutage kaum mehr vorstellbar. Gleichzeitig stellen wir fest, dass diese gerade heute in der Beschreibung des persönlichen, individuellen Leids wieder erschreckend aktuell sind. Daher ist es eine wichtige Aufgabe, jährlich aufs Neue daran zu erinnern – und zwar sowohl am 20. Juni in Berlin, als auch zu den Landesgedenktagen in Bayern, Hessen und Sachsen – dass die Vertreibungen der Deutschen genauso ein Unrecht darstellen, wie die Vertreibungen anderer Gruppen und Völker – egal wo, egal wann, egal wonach.

Vertreibungen sind weltweit zu ächten, Menschenrechte sind unteilbar. Dies gilt auch für das Unrecht, das den Deutschen damals widerfahren ist und dieses Unrecht ist daher im gleichen Atemzug mit den ethnischen Säuberungen von heute zu nennen. Denn sie sind allesamt gleich schrecklich und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.