Anerkennungsbescheid für Zwangsarbeiterentschädigung überreicht

Am 27. November 2015 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, das persönliche Schicksal derjenigen Deutschen, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg wegen ihrer deutschen Staatsangehörigkeit oder ihrer deutschen Volkszugehörigkeit Zwangsarbeit leisten mussten, mit einer einmaligen, symbolischen Anerkennungsleistung in Höhe von 2.500 Euro zu würdigen.

Seit Jahrzehnten hat der Bund der Vertriebenen auf das Sonderschicksal der zivilen deutschen Zwangsarbeiter hingewiesen und eine Geste der Anerkennung gefordert. Auch wenn diese Leistung viele Betroffene nicht mehr erreicht, so ist sie doch ein Zeichen dafür, dass das Schicksal dieser Menschen anerkannt, gewürdigt und nicht vergessen wird.

Unter der koordinierenden Leitung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, und mit Beteiligung des Bundes der Vertriebenen und Fachhistorikern wurde im Bundesministerium des Innern eine entsprechende Richtlinie ausgearbeitet, die nach Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages zum 1. August 2016 in Kraft trat.

Mit der Umsetzung der Richtlinie wurde das Bundesverwaltungsamt beauftragt. Bis jetzt sind dort rund 3.000 Anträge eingegangen und 5.000 Telefonanrufe wurden entgegengenommen. Die ersten Leistungsbescheide für die Anerkennungsleistung sind bereits ergangen. Darüber freue mich mich sehr!

Stellvertretend für alle Betroffenen wurde heute auf Einladung des Bundesbeauftragten Hartmut Koschyk die 92-jährige, im siebenbürgischen Mühlbach geborene Elisabeth Till ins Bundesministerium des Innern zur persönlichen Übergabe des Bescheides über die Anerkennungsleistung empfangen. Gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten Koschyk und dem Vorsitzenden der Gruppe Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig MdB, konnte ich Frau Till ihren Anerkennungsbescheid überreichen. Im Anschluss berichtete sie über ihre Lebensgeschichte und insbesondere über ihr Zwangsarbeiterschicksal.

Es hat mich sehr bewegt, was Frau Till wie so viele damals erleiden musste. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Anerkennungsleistung auf den Weg gebracht haben, damit diejenigen, die stellvertretend für die Verbrechen der Nationalsozialisten in Haftung genommen wurden, auf diese Weise eine späte, aber dringend notwendige Würdigung erfahren.

 

Foto: Bundesministerium des Inneren